00:00:02: Hallo, hier ist wieder Anna
00:00:03: Zuliga von der Stiftung Leben pur und ich freue mich sie mit
00:00:08: einer
00:00:08: neuen Folge begrüßen zu können.
00:00:11: Ja diese Woche ist eine sehr aufregende Woche
00:00:14: bei mir.
00:00:16: zum einen fallen wir
00:00:17: als Stiftungen Leben pur zwanzigjähriges Stiftungsjubiläum und zwar das am siebten
00:00:23: Mai.
00:00:24: Zwanzig Jahre gibt es uns schon Wahnsinn!
00:00:27: Und es ist so viel passiert.
00:00:30: Es ist wirklich sehr spannend.
00:00:33: Und eine andere Sache gibt es noch in dieser Woche, und zwar am fünften
00:00:39: Mai
00:00:40: der Europäische Protesttag
00:00:42: zur Gleichstellung
00:00:43: von Menschen mit Behinderung um auf Diskriminierung aufmerksam zu machen und sich für Inklusion,
00:00:51: Barrierefreiheit und Selbstbestimmung
00:00:53: zu positionieren.
00:00:55: Und irgendwie passt die Folge
00:00:58: die wir heute
00:00:58: haben, super zu den beiden Events.
00:01:02: Weil wir heute mal eine Mutter eines
00:01:05: Sohnes
00:01:06: mit Autismus und komplexer
00:01:08: Behinderung zu Wort kommen lassen und uns fragen wie geht es Familien mit
00:01:15: Kindern im autistischen Spektrum und Komplexe Behinderungen in Deutschland?
00:01:20: Welche Lösungen gibt
00:01:21: es für sie?
00:01:22: Und wie arbeiten eigentlich die Pädagogen
00:01:24: auf den spezialisierten Wohngruppen die es für Sie gibt.
00:01:29: Wir springen direkt in die Podiumsdiskussion hinein, die von meiner Kollegin Lea Höfer moderiert wird.
00:01:36: Zu Beginn werden sie auch hören dass die Tonqualität
00:01:38: etwas abgehakt
00:01:39: ist aber wir haben uns trotzdem dafür entschieden
00:01:42: die Folge so zu teilen
00:01:44: weil man eigentlich
00:01:44: trotzdem
00:01:45: alles versteht.
00:01:46: nun wünsche ich Ihnen ganz viel Spaß beim Zuhören.
00:01:51: und ja dann würde ich sagen wir starten schon direkt rein Mit dem Titel zwischen Bedar, Zugang und
00:02:00: Unterstützung.
00:02:01: Familien
00:02:02: mit erwachsenen Kindern im Autismus-Spektrum in Doniago.
00:02:07: In vielen Familien stellt sich mit den Erwachsenwerden der Kinder im Autismenspektrum Frage nach wirklich langfristigen Unterstützungshilfen, geeigneten Wohnformen nach verlässlichen Strukturen.
00:02:22: Gleichzeitig erleben diese Familien aber auch immer unterschiedlicher wie diese Unterstützung tatsächlich aussieht.
00:02:30: Wir möchten heute ganz genau mal hinkucken, welche Herausforderungen in der Lebensfamilien denn aktuell?
00:02:37: Wo liegen eventuell auch Schwierigkeiten?
00:02:40: und vor allem welche Ansätze könnten dazu beitragen dass die Unterstützungssysteme sich weiter erliegen können?
00:02:49: Und ich freue mich sehr das wir heute dafür ganz viele verschiedene Perspektiven auf dem Podium haben.
00:02:55: Herzlich willkommen liebe Podiumsgäste.
00:02:57: Vielen Dank, dass Sie heute mit uns in den Austausch kommen werden.
00:03:01: Herzlich willkommen Frau London, Frau Albers, Frau Weber und Herr Rötler!
00:03:06: Ich beende jetzt hiermit meine Begrüßung und gebe endlich das Wort an sie und ihre wertvollen Perspektiven und möchte sie einmal bitten sich vorzustellen der sie sind und in welchen Kontext sie arbeiten und sich engagieren und vor allem auch welche Perspektive bringen Sie heute ein?
00:03:24: Ich würde gerne das so machen, dass wir beim Frau Albers enden.
00:03:27: Denn sie würde direkt mit einem Anfangs-Teleonienern starten.
00:03:31: Genau deswegen vielleicht einer von den anderen dreien ein kleines
00:03:38: Mikrofon freisteiten und wusste eigentlich.
00:03:40: Wie Sie auch aus der Ankündigung gesehen haben, ist Professor im Ruhestand.
00:03:45: Ich hatte die Freude praktisch seit den siebziger-, achtziger Jahren
00:03:50: mich
00:03:53: praktisch und theoretisch mit komplex beeinträchtigten, tiefgreifend Entwicklungsgestörten.
00:03:59: Das heißt eventuell Menschen ohne ich zu beschäftigen.
00:04:05: Und das ist weiter auch mein Fokus geblieben.
00:04:09: Ich kämpfe bis heute darum, dass wir die wirklichen Menschen mit großen Problemen nicht plötzlich unter irgendwelchen komischen Voraussagen und Diagnosen aus Teilhaben, haben näherenden Zusammenhängen raushalten.
00:04:31: Gleichzeitig bin ich und das ist mir ganz wichtig in Deutschland einzigartig ab zwei Tausend drei mit diesen Kenntnissen.
00:04:39: Da hatte ich schon dreiß Jahre in diesem Bereich gearbeitet.
00:04:43: Diesen Kenntnisse die Professor, die allgemeine Schulpädagogik und Didaktik gelehrt hat in der ganzen Mal Lehramtsausbildung.
00:04:53: Das heißt In dieser Zeit von zwei Tausend drei bis zwei tausend achtzehn ist dort kein Regelschullehrerin rausgegangen, ohne pädagogische und detaktische Grundlagen über alle Menschen gehört zu haben.
00:05:08: Und nicht nur über Fitte also diesen Punkt sozusagen an dem grundsätzlich kompletten Spektrum menschlicher Möglichkeiten zu entwickeln.
00:05:23: Das war wichtig und das war meines Wissens nur einmal in Deutschland, ich weiß nicht ob sonst noch diese Mischung gibt.
00:05:32: Ich finde wenn es häufiger wäre vielleicht die Inklusion auch ein bisschen weiter.
00:05:38: Okay, das wars.
00:05:41: Danke.
00:05:45: Ja dann mache ich einfach mal weiter.
00:05:49: Mein Name ist Sarah Weber, ich bin Sonderpädagogin.
00:05:52: Bin aber tatsächlich nie ins Lehramt gegangen, sondern habe mich früh für einen anderen Weg entschieden und habe meine Promotion begonnen – auch mit Stipendium von der Stiftung Leben pur tatsächlich damals!
00:06:07: Auch im Bereich komplexe Behinderungen, Sonderpedagogik... Ich bin aber da aktuell tatsächlich in einer Promotionspause, könnte man sagen.
00:06:16: Weil ich dann im Jahr ... Also, im Bereich Autismusförderung, Autismus-Spektrum.
00:06:27: Begleitung in unterschiedlichsten Kontexten und im Jahr ist es ein GmbH gegründet.
00:06:32: Das war erst ein Autismuskompetenzzentrum.
00:06:35: Mittlerweile verstehe ich mich als digitales Kompetenzzentrum.
00:06:40: Wir haben eigentlich hauptsächlich digitale Leistungen in der Autis Plus GmbHS.
00:06:44: Das bezieht sich viel auf Onlineförderungen.
00:06:47: Das heißt komplexe Behinderungen nur sehr bedingt zugänglich, muss man sagen.
00:06:52: Also da gibt es andere Zielgruppen für die das geeigneter vielleicht ist und auch welche sich gar nicht eignet.
00:06:57: Ansonsten mache ich sehr viel Elterncoaching, sehr viele Beratung, Supervision, Fortbildung für Einrichtungen aller Art also Jugendämter, Kitas, Schulen, Ergopraxen, Logopraxe egal welcher Förderschwerpunkt.
00:07:10: Ich habe selber geistige Entwicklungen und Sehen als Förderschwertpunkte gehabt.
00:07:15: Genau ansonsten bieten wir auch online Gruppen für Kinder an, die wir Empowerment-Training nennen und eben auch eine Form von Einzelförderung.
00:07:24: Die digital ist primär für diejenigen, die in den Autismuszentren in Präsenz noch keinen Platz bekommen weil die Wartelisten ja extrem lang sind und für diejenigen diese zum Beispiel aufgrund von autistischem Burnout oder anderen komplexen Herausforderungen wie Schulabsentismus oder Sozialphobie oder so gar nicht einen Präsenssetting schaffen würden oder keine Menschen um sich herum zulassen.
00:07:47: Genau, das ist so die Ziergruppe, die wir haben.
00:07:49: Autismus plus weitere Diagnosen.
00:07:52: In der
00:07:53: Personenkreis-Komplexe
00:07:53: Behinderung ist da natürlich nur sehr bedingt abgebildet.
00:07:56: den erreiche ich aktuell primär über Elternberatungen, Elterncoaching und früher als sich noch mehr in Autismuszentren als Autismostherapeutin gearbeitet hat jetzt seit acht, neun Jahren.
00:08:08: Da hatte auch immer Klientinnen, die mehrere Behinderungen hatten und auch kognitive Behinderungsbehandlungen hatten.
00:08:14: Im Moment habe ich diesen Personenkreis nicht mehr, aber ich hab viele Jahre mit Kindern mit genetischen Symptomen geistiger Behinderung und Autismus zum Beispiel auch gearbeitet.
00:08:23: Und auch mit Erwachsenen mit komplexer Behinderungen.
00:08:26: Genau!
00:08:27: Ja vielleicht so viel dazu... Ich bin Fachkraft für unterstützte Kommunikation, macht auch relativ viel mit OK.
00:08:33: Ja, ich glaube das reicht.
00:08:39: Ich bin Nadine London, ich bin Sozialarbeiterin und habe auch nach dem Studium als Autismus-Therapeutin
00:08:44: gearbeitet am Hamburger
00:08:45: Autismusinstitut.
00:08:47: Und jetzt bin ich bald zwei Jahre beim Hamburgerträger Leben mit Behinderung und bin hier als Einrichtungsleitung für eine Wohngemeinschaft für Menschen aus dem Autismus Spektrum tätig.
00:09:02: Wir haben zwei Häuser einmal einen ambulanten Bereich unsere WMA Acht Plätzen und einmal unsere besondere Wohnform mit vier Plätzen.
00:09:11: Und dort leben halt nur ausschließlich Menschen aus dem Spektrum.
00:09:19: Ja, dann bin ich jetzt wahrscheinlich dran.
00:09:22: Ich bin Oda Albers, bin beruflich freie Journalistin und Autoren Und habe mit meinem Mann das Wunder fertiggebracht, zwei Kinder aus dem Autismus-Spektrum in die Welt zu setzen.
00:09:35: Mit völlig unterschiedlichen Geschichten.
00:09:38: Unser großer Sohn ist gesund geboren und hat eine schwere Hirnerzinnung gehabt, die zu spät behandelt worden ist.
00:09:47: Als wir dann ungefähr wussten wo mit ihm die Reise hingeht und dass das ja so nicht nochmal passieren würde haben wir das zweite Kind angesetzt.
00:09:57: unten ganz gut mit meiner Geschichte komme ich da mal angereist und ist Mikrodilitionssyndrom auf die Welt gekommen.
00:10:04: Und allem, was man so an somatischen Sachen dazu haben kann eben auch im Autismus Spektrum wahnsinnig reizoffen.
00:10:14: Als wir sie bekommen haben, kannten wir das Wort noch nicht.
00:10:17: seit kurzer Zeit weiß ich dass das PDA ist.
00:10:22: Diesen Begriff kannte ich nicht!
00:10:24: Wir haben uns da intuitiv durchlaviert und eigentlich bei einem Vortrag von Sarah Weber zum Thema PDA, den ich besucht habe.
00:10:33: Weil ich dachte, ich erfahre was über meinen Sohn.
00:10:37: Ich nach dem Vortragen wusste dieser Vortage war über meine Tochter.
00:10:42: Ja wir haben einen ziemlich herausfordernden Alltag wie sich alle vorstellen können weil Autisten ja sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben und unterschiedliche Trigger und die sich leider gegenseitig auch widersprechen.
00:10:55: Also deshalb bin ich auch immer skeptisch, wenn die Idee ist, möglichst viele Menschen aus dem Autismus-Spektrum in einen Raum zu packen.
00:11:06: Weil sie doch alle das Gleiche haben also aus meiner familiären Erfahrung würde ich sagen es nicht so eine gute Idee.
00:11:12: wir teilen uns eher oft auf und sind hier eher in zweier Teams unterwegs.
00:11:18: Ja, so viel vielleicht zu meiner Seite.
00:11:22: Mein Sohn wird nächste Woche zwanzig ist also ein junger Erwachsener und meine Tochter wird im Mai sechzehn.
00:11:30: Genau und Lea Höfer hat ja eben gesagt dass ich sozusagen übergehen soll in so einen kleinen Einleitungs.
00:11:40: Und als sie mich das gefragt hat am Telefon, habe ich spontan gesagt.
00:11:44: Ja klar!
00:11:45: Das mache ich total gerne ist ja gar kein Problem.
00:11:48: und als ich mich dann hingesetzt hab und dachte jetzt fange ich an damit Da habe ich gemerkt, wie ich ziemlich unruhig auf meinem Stuhl geworden bin.
00:11:56: Ich bin eigentlich mit sofort mittendrin in dem Dilemma, denn wenn man in so einer Runde ist wo jetzt zu viele zuhören möchte man als erstes das alle sich willkommen fühlen und dass wir positiv in dieses Gespräch reingehen und unser Engagement irgendwie zu was führt und es eben ja vielleicht auch Spaß macht und ich aber mit keiner frohen Botschaft komme und auch als sehr wichtig finde, dass diese harte Kost eine Sichtbarkeit bekommt.
00:12:29: Und das diese bittere verstörende Wahrheit einen Raum bekommt – einer eigentlich inakzeptabler Realität.
00:12:38: Also ich nehme euch jetzt alle mit euch zuhörenden an ein Bereich der viel totgeschwiegen wird, wenig benannt wird.
00:12:49: Mutter aber eben auch als Journalistin, die Sprache zum Beruf hat eigentlich als meine Pflicht das auszusprechen.
00:12:57: Was viele sich nicht trauen auszusprechen oder vielleicht auch manchen die Worte fehlen weil es einen auch sprachlos machen kann.
00:13:07: Ich bin zu dem Fazit gekommen der soziale Bereich hat für Menschen im Autismus Spektrum mit hohem und komplexen Unterstützungsbereich versagt.
00:13:19: Ich habe mir in meiner Eltern-Fantasie nicht ausmalen können, dass uns das was uns passiert ist.
00:13:25: Jemals passieren könnte wenn unsere Kinder erwachsen werden.
00:13:28: also das nichts da ist einfach nichts.
00:13:33: der soziale bereich weiß das ja schon denn er kennt die klientel und er kennt den missstand und für mich ändert sich viel zu wenig viel zu marginal.
00:13:44: vielleicht wird hier mal ein platz geschlafen oder da drei aber große Missstand bleibt bestehen und ich würde hier vielleicht auch gleich einen kleinen Betroffenen ein Blick machen.
00:13:55: zum Thema Unglaublichkeit.
00:13:56: Also erst kann man es selber gar nicht glauben, wie es gibt keine Wohnplätze für Kinder oder Jugendliche oder eben junge Erwachsene wie meinen Sohn, wie Es gibt keine Tagesförderplätze.
00:14:12: Also das kann noch nicht wahr sein, aber wie bitte?
00:14:15: Aber es ist eben wahr.
00:14:17: Da ist keine Perspektive.
00:14:18: Es gibt quasi keine Wohnen und keine Arbeitsplätze für unsere Söhne und Töchter.
00:14:25: Und immer wieder hören wir dann in dieser Unglaublichkeit auch von unserem eigenen Umfeld.
00:14:31: die Unglaubigkeit also dass uns zum Beispiel Verwandte sagen, aber der so-undsso er ist doch dann auch mit achtzehn ausgezogen ja der So-und-So war auch nicht im Autismus Spektrum Und dass jemand sagt, aber ihr habt doch bestimmt gesagt, das ihr überhaupt nicht mehr schlaft und jede Nacht wach seid.
00:14:49: Dann haben die euch weggeschickt?
00:14:52: Ja dann haben sie uns weggeschickt.
00:14:53: Nachtwache ist nicht!
00:14:57: Wir erleben wenn wir auf Wohnplatz Suche gehen gar keine Antwort.
00:15:02: Obwohl wir seitenlang im Teamste Details über die Behinderung unserer Kinder an medizinische Details Preis geben, dass uns noch nicht mal mit einer Standard-Email geantwortet wird.
00:15:14: Wir werden nicht zurückgerufen.
00:15:16: Ich glaube das moderne Wort dafür wäre ghosting.
00:15:19: ich nenne es das Ghosting des sozialen Bereichs.
00:15:24: wir erleben wenn wir jemandem am Telefon haben ein ja da kann ich ihnen nicht weiter helfen.
00:15:29: also wir haben ungefähr vierhundert Bewerber auf der Warteliste.
00:15:35: Da kann ich Ihnen keine Hoffnung machen oder auch wir zählen gar nicht mehr.
00:15:38: Also, ich kann das nur an den Aktenordnern mit Bewerbungen sehen.
00:15:41: Das sind so vier, fünf Aktenortner hier an der Wand.
00:15:43: Wie viele?
00:15:44: Das weiß ich nicht.
00:15:45: in den nächsten Jahren aber passiert hier nichts außer jemand zieht um- oder stirbt.
00:15:50: Wir haben gehört also im Platz bei uns... ...das ist ein Sechser am Lotto.
00:15:55: Was ich damals noch nicht wusste, ist dass man diesen Sechser am Lotto auch verlieren kann.
00:15:59: Also man kann sozusagen auch enteignet werden.
00:16:01: wenn die Behinderung dann nicht recht ist vor Ort nach dem sechser Am Lotto Dann wird man mich einfach gekündigt im Zweifelsfall fristlos und hat einen erwachsenen Menschen von jetzt auf gleich wieder zu Hause vor der Tür Und muss sich kümmern.
00:16:16: alleine Am schlimmsten finde ich aber, was uns auch begegnet ist und was mich sehr wütend macht.
00:16:26: Weil ich mich vielleicht noch sprachlich wehren kann, aber es auch mich perplex gemacht hat die Methode der Beschähmung.
00:16:34: Denn man fragt sich ja warum sind wir Eltern alle so still trotz dieses Missstands?
00:16:39: Es findet eine Schuldumkehr statt!
00:16:41: Es wird uns gesagt ihr Sohn hat aber ihre Tochter hat aber sie hat dies kaputtgemacht oder jenes.
00:16:49: Sie hat geschrien, sie hat alles gestört.
00:16:54: Wir würden bei keiner anderen Behinderung auf die Idee kommen jemanden für sein vielleicht andersartiges Gesicht oder seinen Rollstuhl zu beschämen.
00:17:02: aber bei diesen Behinderungsbereichverhalten ist das völlig normalisiert dass es merkwürdig wäre, wenn man sagen würde der Mensch ist den ganzen Tag aus seinem Rollstuhl nicht aufgestanden.
00:17:15: Wir haben ständig gesagt nun steh doch mal auf nun so aber das ist nicht aufgestellt und das würde keinem einfallen.
00:17:20: im Bereich Autismus Spektrum passiert einem das ständig.
00:17:25: Es fehlt oft das Vokuhabular es fehlt auch das Wissen.
00:17:28: ich glaube mittlerweile aber auch dass es manchmal ganz bewusst unterschlagen wird.
00:17:33: Wir haben von einem großen Hamburger Sozialträger ein Kündigungsschreiben gekriegt, von jetzt auf gleich für unseren Sohn das sich eigentlich so liest als hätten wir ohne Vorankündigungen unseren Sohnen im IKEA-Bellebad abgegeben.
00:17:48: Man kann nicht glauben dass das von Fachpersonal geschrieben ist.
00:17:54: Wo drin steht, dass man nicht wüsste was man tun sollte und die Mitarbeitenden sich schützen mussten und in der Toilette eingeschlossen.
00:18:01: Man fragt sich, wie das im Jahr zwanzig-fünfundzwanzig sein konnte.
00:18:07: An dieser Stelle beim Beschämen möchte ich einmal wirklich ganz deutlich sagen die Scham muss die Zeit wechseln.
00:18:14: Die Scham liegt beim sozialen Bereich.
00:18:17: Schämen muss sich der soziale Bereich keine Antworten gefunden zu haben.
00:18:22: Schämem muss sich Der soziale bereich uns im Stich gelassen zu haben und die Schuldumkehr muss sofort aufhören.
00:18:31: Nach meiner wirklich monatelangen Sprache und Fassungslosigkeit habe ich es dann verstanden, das Unverständliche.
00:18:38: Es gibt eine verkehrte Triage.
00:18:42: Je kleiner die Behinderung, je geringer der Assistenzbedarf, desto mehr Angebote, destso mehr Plätze aus der Schulklasse meines Sohnes sind alle die leichtere Behinderungen haben längst ausgezogen und haben zwischen verschiedenen Sachen gewählt.
00:18:57: unser Sohn ist zu Hause keine Option.
00:19:04: Ich finde es auch wahnsinnig schwierig, dass der normale Bereich das normalisiert hat.
00:19:08: Ich kann mir vorstellen wie sowas passiert?
00:19:10: Das ist die Routine!
00:19:11: Es ist das alltägliche Leben und Erleben.
00:19:14: man hat es vielleicht auch so beigebracht bekommen.
00:19:17: Wir haben Sätze gehört wie das ist ganz bedrückend das verstehen wir aber sind auch Einzelfälle.
00:19:23: also insgesamt ist man doch gut drauf als Sozialträger also ganz sozial.
00:19:28: Mir ist das heute in dieser Wehrmenschärfe wichtig.
00:19:33: Und weil vergangenes Jahr der erweiterte Suizidversuch einer Mutter eines jungen Mannes im Autismus-Spektrum bekannt geworden ist.
00:19:42: Die Mutter hat überlebt als Täterin, der Sohn nicht.
00:19:46: Opfer sind sie meiner Meinung nach beide.
00:19:50: Es ist also auch ein schütlicher Missstand und ich muss sogar sagen dass selbst mein Gehirn diese Option einmal angeboten hat Denn wenn einen Autistisches Gehirn in den Überlebensmodus kommt, geht es alles durch.
00:20:04: Wenn die fliegenden Angehörigen Menschen im Überlebungsmodus betreuen geraten auch ihre Gehirne in den überlebens Modus.
00:20:13: Wenn alles durchgegangen ist – ich könnte mir Hilfe holen aber da is keine!
00:20:17: Ich kann's alleine nicht schaffen das weiß ich auch körperlich wenn ich Tag und Nacht im Einsatz bin dann sucht das Gehirnen biochemisch nach Lösungen.
00:20:26: Das hat Deutschland geschaffen Das ist tatsächlich verstörend.
00:20:38: Es sind vor allen Dingen die Familien, die teilweise schon in der Kita erleben, dass ihr Kind Retour geht und mal einen Pausetag braucht – ich nenne das mittlerweile soziales Gaslighting – denn wir wissen nie, braucht unser Kind wirklich einen Paustag oder stört unser Kind gerade?
00:20:58: und soll deshalb mal eine Pause machen?
00:21:00: oder brauchen die anderen eigentlich eine Pause.
00:21:02: Und warum werden nicht die Barrieren abgeschafft, dass unsere Kinder den Kita-Tag, den Schultag barrierefrei bestreiten können?
00:21:12: Wenn diese Familien all diese Diskriminierung, die Kindheit und Jugendphase durchgemacht haben zur Belohnung ganz im Stich gelassen werden kann man das nur als Versagen bezeichnen.
00:21:24: wenn das schon in Deutschland Zu Todesfällen führt, sollte uns das mehr als nachdenklich machen.
00:21:30: Es sollte uns ins Handeln bringen und ich finde es hier nicht vermessen, Hannah Arendt zu benennen.
00:21:36: Die sagt Nicht jeder ist ein Täter aber er trägt Verantwortung und wer Verantwortung trägt und nicht seiner Verantwortung nachkommt, ist mit Täter.
00:21:47: Darum ist das der Grund warum ich mich auch heute hier stelle weil ich wirklich denke es geht nicht mehr das nicht zu benennen Auch wenn es schmerzhaft ist.
00:21:58: leicht ist für mich und auch wenn sich der soziale Bereich stellen muss, dass sicherlich unbequem ist.
00:22:05: Also wenn ich ehrlich bin die eine oder andere Behinderung meiner Kinder würde ich auch total gerne kündigen.
00:22:10: das Problem ist nur es geht ja nicht und ich glaube auch meine Kinder würden die ein oder andere Behinderung an sie selbst gerne künden aber Sie können es nicht!
00:22:19: Die Idee diese Behinderungen auszuschließen und zu kündigend ist absurd spätestens Wenn Familien so erschöpft sind, dass Gewalt auch zu Hause einzieht.
00:22:37: Kommt wieder der Gedanke zum Suizid – das darf so nicht weiter bleiben!
00:22:43: Gewalt in Familien ist komplett tabuisiert.
00:22:46: Gewalt an Familien im Autismus-Spektrum ist nicht selten.
00:22:51: Ich habe in den letzten zwei Jahren angefangen, Hintergrundsgespräche mit betroffenen Müttern – insbesondere Mütter – aber auch Vätern zu führen und sie offen nach Gewalt in der Familie zu fragen.
00:23:02: Die Antworten waren erschütternd!
00:23:06: Und Sie müssen ausgesprochen werden von einschließen, von alleine lassen, anschreien, Mund zu halten… Das findet in den überforderten Familien tatsächlich
00:23:18: statt.".
00:23:20: Das können wir nicht totschweigen.
00:23:23: Dass es einer Gesellschaft wie unserer, die so hoch entwickelt ist, nicht würdig!
00:23:30: Und in dem Ausmaß müssen wir das angucken und müssen uns immer, wenn wir diese Diskriminierung erleben als Eltern wehren und sie benennen und den Mutter für haben.
00:23:41: Ich bin sehr dankbar für die Arbeit von Silke Bauerfeind – alle, die heute hier zuhören und sie nicht kennen, denen möchte ich unbedingt Das Projekt von denen mit Inwin ans Herz legen, denn es ist eine Perspektive trägerunabhängig.
00:23:54: Denn wir müssen begreifen uns trägt keiner sich auf die Beine zu machen und selber ein Wohnen zu organisieren und selbst am Zweifel zwar eine Arbeit zu organisiert.
00:24:05: trotzdem bin ich mir sicher, dass wir uns nicht damit zufrieden geben dürfen.
00:24:11: Es ist eine Möglichkeit und Lösung ein selbstbestimmtes Leben diesen Menschen zu verschaffen im Arbeitgebermodell.
00:24:18: aber es kann nicht sein das wir im Zustand maximale Erschöpfung selbst Gründerinnen werden sollen.
00:24:25: Das darf nicht die Lösung sein und auch nicht die Erwartung an uns Eltern nach jahrelangen Kampf- und Engagement.
00:24:33: Hierzu fällt ein kleiner polemischer Vergleich, hat ja gesagt ich will nicht zu ernst werden.
00:24:37: Obwohl ich jetzt zwischendurch eine wackelige Stimme und Tränen in den Augen hatte weil es einfach so ernst ist.
00:24:42: Stellen Sie sich mal vor, so würde das in anderen medizinischen Bereichen mit der Triage sein?
00:24:47: Also man hat jetzt irgendwie einen schweren Verkehrsunfall und liegt damit im offenen Bruch im Graben im Gras Und schafft das irgendwie noch die eins-eins zwei anzurufen.
00:24:56: und dann würde die Feuerwehr ran gehen und sagen Offener Bruch?
00:24:59: Ne also dass mit Blut mitarbeitenden denken.
00:25:03: Das geht nicht, aber vielleicht gründen sie ja mal eine Rettungsidee für solche Sachen.
00:25:11: Wir fahren jetzt erstmal die Leute mit Hüftproblemen ins Krankenhaus.
00:25:15: Es ist bizarr und der bittere polymische Humor ist manchmal das einzige was uns an dieser Stelle bleibt.
00:25:23: Ich würde mich freuen wenn wir es heute schaffen über die reine Betroffenheit und die dafür muss sein raus kommen Gemeinsam, das würde mich auch von den anderen Experten hier interessieren.
00:25:36: Sarah Weber erliebe ich immer sehr ehrlich aber ist eigentlich die Ehrlichkeit da?
00:25:41: Ist das Bewusstsein da denn erst wenn die Erlichkeit da ist wirklich zu sehen wie diese Missstände sind und sie zu benennen kann man ja auch ans Handeln kommen.
00:25:52: Ich erlebe leider Träger oft nicht als ehrlich mit sich selbst.
00:25:58: Das ist schade, weil ich glaube dass jeder Mensch der in den Behindertenhilfe gegangen ist eigentlich was Gutes vorhatte wie das passieren konnte das Träger so ja vom Systemvereinnahmen sind diese Routinen entwickelt haben.
00:26:13: das ist für mich ein großes Fragezeichen.
00:26:15: vielleicht kommen wir dem eins näher.
00:26:16: und ganz wichtig Ich würde mich total freuen wenn wir es schaffen Lösungsideen zu sammeln.
00:26:24: Ein paar hätte ich.
00:26:25: Vielen Dank, Frau Albers.
00:26:31: Ich trau mich gar nicht da jetzt anzuschließen.
00:26:33: Vielen Dank dass Sie Ihre Perspektive mit uns geteilt haben.
00:26:37: Ja es ist wahnsinnig wertvoll.
00:26:39: ich hatte mit Ihnen auch schon viel telefoniert und ja die Möglichkeit auch schon wieder über nachzudenken.
00:26:45: Jetzt würde ich gerne einmal kurz die anderen Podiumsgäste auch fragen welche Erfahrungen können sie aus Ihrem praktischen oder auch wissenschaftlichen Erfahrungen widersingen?
00:26:56: Welche Lücken erleben Sie?
00:27:00: Welche Herausforderungen sehen Sie, welche Englisse erleben sie?
00:27:03: Was sind Ihre Gedanken dazu?
00:27:07: Ich habe einfach nur gedacht Ja und ja.
00:27:11: Weil genau das ist es!
00:27:15: Ich bin immer im Du, Entschuldigung.
00:27:18: Sie haben gesagt, warum ist das so?
00:27:23: Das Träger darf vielleicht auch die Ehrlichkeit verlieren und ich muss ganz ehrlich sagen ... Ich erlebe an vieler Stelle.
00:27:29: also ich glaube... dass die Initiale dafür vielleicht eine gewisse Resignation ist und dann kommt es darauf an, wie man mit Resignations umgeht.
00:27:38: Also was mache ich mit dieser Resignition in mir selber?
00:27:41: Und ich erlebe leider häufig – und ich habe selber ja auch meinen Autismuszentrum in Mannheim Die Leistungsvereinbarung verkauft weil ich einen Stundensatz verhandelt habe.
00:27:50: da ist jetzt meine Ehrlichkeit der für mich nicht tragbar gewesen ist.
00:27:54: Ich hab gesagt, ich kann kein qualitativ hochwertiges Angebot aufbauen wenn ich so wenig Geld bekomme.
00:28:00: Wie soll ich meinen Mitarbeitenden ... Am Ende werden die vielleicht Gewaltvollkind gegenüber, weil sie so unter Stress sind und so krass alle hintereinander abarbeiten müssen.
00:28:09: Dass einfach überhaupt nix geht!
00:28:10: Und dann hab' ich das ja abgegeben und dort als Mitarbeiter erst mal angefangen, weil ich meine Therapie-Kinder nicht aufgeben wollte.
00:28:19: Dann hat man mir gesagt Ja also das wär halt einfach so ne?
00:28:25: Das System ist halt einfach so.
00:28:27: Und ehrlicherweise hat mich das wütend gemacht, weil ich dachte du bist so dermaßen rückratslos!
00:28:32: Ja, also ganz ehrlich dann versuch es doch wenigstens oder sagt doch nicht einfach ja das ist halt so und frisst oder stirbt.
00:28:42: Also das ist was wo ich auch selber sage für mich macht es sehr wütend.
00:28:46: Ich erlebe das sehr häufig in meinen Coachings und Beratungen dieses Thema der Eltern-Schuld insbesondere der Mütterschuld.
00:28:51: Die Väter sind komischerweise nie schuld ehrlicherweise Es ist fast immer die Mütter die dann irgendwie in die Verantwortung gezogen werden wenn irgendwas nicht passt.
00:29:01: Und gerade bei den autistischen Personen und ich würde mal sagen, dass jemand mit Autismus, ADHS-Schulabsentismus Ängsten und Zwängen auch komplex behindert ist.
00:29:10: Auch wenn das vielleicht ein anderer Personenkreis ist ja Gerade diese Zielgruppe da wird ganz häufig Ich meine wir wissen vierzig bis fünfzig Prozent Schulabsentismus Bei diesen Kindern keine Seltenheit laut internationalen Studien und Wir wissen Dass das strukturelle System Probleme sind die das auslösen.
00:29:28: Ja Das hat mit Eltern schuld eigentlich gar nicht.
00:29:31: Und trotzdem wird diesen Eltern-Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom unterstellt.
00:29:35: Und trotzdem werden die von Jugendamt und allen möglichen Fachkräften geschämt, das sagt sie müssen ein bisschen strenger sein.
00:29:41: Sie müssen sich mal mehr durchsetzen, sie müssen mehr Konsequenzen zeigen.
00:29:45: Wobei wir genau wissen dass man mit Druck und Herzzeug bei keinem Menschen weiter kommt erst recht nicht bei autistischen Personen.
00:29:52: es ist völlig für die Füße ja wenn man sich ein bisschen fachlich mit diesem Bereich auskennen würde dann wüsste man das dass das bei diesem Personenkreis absolut gar dass man Menschen so nicht begegnet, sondern mit Authentizität und Augenhöhe weiterkommt.
00:30:07: Und ja, das ganz häufig Dinge im Verhalten wie Sie auch gesagt haben vor allem was als intensional interpretiert werden.
00:30:14: Ja da ist irgendwie böse oder der hat gehauen oder sonstwas wo eigentlich eine Bewältigungsstrategie dahinter ist für die andere Wahrnehmung um irgendwie einfach zurecht zu kommen.
00:30:24: Die ist nicht immer konstruktiv aber es ist trotzdem ne Bewältigung Strategie und mit der müssen wir lernen umzugehen.
00:30:30: Ich finde auch und ich kann Ihnen dann nur zustimmen wer sich nicht aktiv Berufsaufstellung, seiner politischen Wahl und seine Erhaltung gegen dieses System stellt.
00:30:43: Und zwar aktiv und laut!
00:30:45: Der ist mit Täter innen.
00:30:46: Der macht sich mitschuldig daran dass er etwas aufrecht erhalten wird was einfach schlicht untergreifen schlechtes und wo ich vielleicht ein bisschen widersprechen würde?
00:30:54: Ich weiß nicht ob ich sie vielleicht falsch verstanden habe das Sie meinten es ist der Sozialbereich der sich schämen muss.
00:31:01: ja und nein ich finde auch die Politik einfach viel zu wenig Ressourcen zur Verfügung stellt.
00:31:08: Jetzt erst wieder die Psychotherapeuten.
00:31:10: Gehaltskürzung um vier Komma fünf Prozent, das ist jetzt ganz brandaktuell.
00:31:14: Dann haben wir die ganzen Kürzungen der Eingliederungshilfe Leistungen.
00:31:18: dann ist es ja auch kein Wunder dass Autismuszentren wie ich eins gekündet habe zum Beispiel in den Stundensatzkriegen der so niedrig ist, dass man damit eigentlich nur überleben kann wenn man das ganze Ding quer finanziert und das macht man eigentlich in der Regel aus einem Altoismus heraus wenn nicht allerdings ein Wirtschaftlichkeitsgedanke und den muss man leider bis zum gewissen Grad hegen, wenn man so eine Einrichtung hat.
00:31:39: Dann ist das überhaupt nicht rentabel!
00:31:41: Und es ist eigentlich ekelhaft dass man in diesem Bereich von rentabel und profitabel überhaupt reden muss.
00:31:47: Dass das nicht in ganz anderer Form refinanziert ist finde ich.
00:31:51: Das ist ein riesiges Problem und wer sich nicht ausreichend informiert mit seiner Wahlentscheidung ein politisches System aufrecht erhält, dass genau solche Leistungskürzungen unterstützt macht sich meiner Ansicht nach auch mitschuldig.
00:32:05: Auf der anderen Seite sind das halt nicht die Einzelpersonen.
00:32:08: also wir dürfen auch nicht anfangen die Verantwortung auf Einzel-Personen oder einzelne soziale Träger abzuschieben sondern es ist einfach das System drum herum.
00:32:15: Also das sehe ich auf jeden Fall.
00:32:17: Da würde ich noch einmal gerne kurz ergänzen ja insofern missverstanden als Mir nicht darum geht, den einzelnen Trägern zu geben.
00:32:27: Aber genau diese Bedingungen müssen Träger mit Politik aushandeln.
00:32:33: Das können nichts.
00:32:33: noch mehr Menschen mit Behinderung oder behinderten Kindern...
00:32:36: Auf gar keinen Fall!
00:32:37: Ja klar.
00:32:38: Also da ist für mich einfach wichtig, diese Aufgabe liegt bei großen Sozialträgern zu sagen was haben diese politischen Entscheidungen zur Folge?
00:32:47: und das können wir ethisch nicht mittragen?
00:32:49: Da finde ich schon dass die Verantwortung bei den Sozialträger liegt.
00:32:53: Und
00:32:53: bei den Ämtern, bei Jugendamt, bei Sozialamt.
00:32:56: Genau,
00:32:58: mit Bedingungen
00:32:58: zu schaffen, die menschenwürdig sind Das meinte ich damit.
00:33:05: Und
00:33:05: sowieso nicht das Einzelne rauspicken, das ist ja eines der tragischen Sachen, dass man des Vertrauen in den sozialen Bereich und irgendwann auch in den einzelnen Helfenden verliert.
00:33:16: Es
00:33:17: ist fürchterlich, es ist eigentlich die Grundlage für Zusammenarbeit
00:33:22: Total, aber man wird auch gewaltvoll.
00:33:25: Ich habe das selber gemerkt.
00:33:26: ich hab mit komplex behinderten Erwachsenen gearbeitet eine Zeit lang drei Jahre in so einer Einrichtung gearbeitet und wenn du da alleine bist mit zwölf Personen und jemand ruft fünfhundert mal deinen Namen in verschiedensten Tonlagen und irgendwann rutscht selbst mir wo ich mich wirklich als Ich wirke jetzt gar nicht gelassen wahrscheinlich, weil ich sehr wütend bin über diese Zustände.
00:33:46: Aber im Kontakt mit Menschen eigentlich als wenig provokativ bezeichnen würde oder provozierbar.
00:33:53: Dass selbst ich dann mal sowas sage wie was?
00:33:55: Was ist denn jetzt mein
00:33:56: Gott?!
00:33:58: Das ist bei mir eigentlich schon das höchste der Gefühle und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich in den Alarmzustand bin, dass es ein Fight-Flight-Modi abrutscht, wundert mich auch nicht!
00:34:10: Ja, jetzt bin ich still.
00:34:18: Zwei Sachen.
00:34:20: zum einen sagten wie passiert es dass Leute die doch mit einem gewissen Detox oder einer Vorstellung in die Arbeit reingehen dann letztlich so verkommen man kann das nicht anders sagen sich so zu verhalten?
00:34:39: der erste Punkt ist dieses alles als soft beschrieben ist.
00:34:45: Ich habe immer meinen Erstsemestern gesagt pädagogik und ich hab nicht über Inklusion gesprochen, sondern überhaupt Schule braucht das Bewusstsein von einer Art intellektuellen GSG-neuen.
00:34:59: wir müssen wirklich den Menschen die Möglichkeit geben sich an uns zu orientieren, abzuarbeiten und zu wachsen, zu bilden.
00:35:12: Das ist so komplex in der heutigen Zeit, dass das wirklich nur Leute
00:35:16: können,
00:35:17: die das wollen, die es vorher erwarten und dies dann auch machen.
00:35:23: Der Punkt aber ist, dass umgedreht wir heute eine Gesellschaft haben sie am vorhin formuliert, eine so hoch entwickelte Gesellschaft für mich haben wir eine völlig versaute Gesellschaft.
00:35:36: Eine Gesellschaft, die nämlich gar nicht mehr existiert, sondern diese Gesellschaft hat als höchsten Wert das Individuum.
00:35:44: Dann ist es aber keine Gesellschaft, sondern so eine Art Grappelsatz mit irgendwas drin!
00:35:50: Und jeder dreht sich um sich selbst.
00:35:52: Ich habe letztens bei der Rossmann-Trockerie gesehen, eine Werbung wo dann so ne junge Frau oben ohne aber vom Rücken aus fotografiert gesagt hat hast du heute mindestens einmal gemacht dass ich die Welt um dich drehe?
00:36:09: Nein!
00:36:09: Die drehen es ja dauernd um sich.
00:36:12: und diese dieses Sensors das Menschen gar keine Individuen sind, sondern sozusagen Knoten in einem Beziehungsgeflecht.
00:36:22: Und dass wir von anderen Menschen und aus anderen Menschen leben und dieser Zusammenhang wieder gepflegt wird was nebenbei auch Verbindlichkeiten heißt beispielsweise im Bezug auf Hilfe Unterstützung usw.
00:36:40: Das alles ist in unserer Kultur weg.
00:36:44: ich habe in Indonesien Studiengänge akkreditiert, finde ich rein kolonialistisch.
00:36:50: Warum ich das gemacht habe war um so ein bisschen die schlimmsten Sachen abzufedern, die von jungen Kollegen dann teilweise gaben und dann so gesagt haben wie man es effektiv macht.
00:37:02: Die haben dort an der Uni nicht nur Lehre und Forschung sondern per Gesetz Lehre, Forschung, Dienst am Gemeinwesen.
00:37:11: Und wenn der Dienst an Gemeinwesen genauso hoch da drin steht, heißt das auch die Forschung und auch die Lehren ganz anderen Charakter kriegt.
00:37:20: Eigentlich müssten sie uns evaluieren – und nicht wir die!
00:37:25: Das kommt dort aus dem Islam weil diese Säule einfach existiert dass man sich um das Gemein-Wesen kümmert.
00:37:37: Bei uns ist im Grunde deswegen die Hanna Arendt ein ganz wichtiger Punkt dabei.
00:37:44: Wir haben verlernt zu urteilen, wir urteilen nicht sondern beziehen uns nur auf unseren Bauchnabel und dadurch funktioniert das alles nicht mehr.
00:37:56: und das produziert dann dass die OECD Wirklich sagen kann, wir sparen an der Pädagogik, indem wir das System schlechter machen.
00:38:05: Gezielt schlechtermachen weil wir uns Geld sparen.
00:38:09: Das ist sowas von zynisch.
00:38:11: Den Text gibt es!
00:38:13: Der war auf der OECD Homepage.
00:38:15: Das keine Verschwörungstheorie.
00:38:18: Und wenn man das alles zusammenbringt, ist völlig klar was Sie beide gesagt haben, wir müssen das als ein Systemproblem sehen und wirklich... Wir haben eine Chance wenn wir die Behinderten in Anführungszeichen mal aus dem Hauptfokus rausnehmen, weil der wird dann immer gleich wieder bei Seidegewichten sagen.
00:38:36: Nein, das betrifft alle!
00:38:39: Das betrifgt alle nicht in dieser Form wie Sie es jetzt beschrieben haben, Frau Albers.
00:38:45: Aber die Verblödung, die Kulturzerstörung, die dann die Leute unfähig macht in so einem Bereich zu arbeiten, zu helfen, Geld dafür zu zuzuordnen.
00:39:01: Das müsste angegangen werden und ich glaube dann haben wir auch mehr Chancen bei dem Grunde dann auch in Anführungszeichen normale Eltern merken wie sehr ihnen der Teppich weggezogen wird und dass eine Gemeinschaft von Bürgern die sich um ihre Kinder kümmern egal was sie haben eventuell kräftiger ist, wie wenn wir sozusagen in diese ganz kleinteiligen Gruppen gehen.
00:39:30: Wo dann natürlich irrsinnige Probleme sind aber auch die Brechergruppe also die die dann letztlich politisch wirksam wird sehr klein wird.
00:39:42: ich weiß es nicht Ich bin genauso ratlos wie sie
00:39:49: Aber mit beider Ratlosigkeit können wir das ja nicht belassen.
00:39:53: Teilnehmende Nier, also ich bin einfach... das ist vielleicht auch mein Naturell und meine Kinder haben es noch verstärkt.
00:40:00: Ich bin quasi immer im Lösungsmodus und das ist eigentlich was ganz Schönes, was sich durch die auf jeden Fall verstärkte.
00:40:10: Und ich persönlich bringe es selber bevor überhaupt Frau London etwas sagen konnte.
00:40:16: Ich glaube ja, dass es Lösungen gibt.
00:40:18: Also meiner Vorschläge ist zum Beispiel damit diese Menschen auch nicht immer sofort wohnungslos werden das wir staatlich genossenschaftlich in kürzester Zeit eigentlich Wohnraum zur Verfügung stellen müssen Und in Ballungsgebieten, vierundzwanzig Stunden sieben Assistenz-Teilhabedienste mit Autismuskompetenz brauchen.
00:40:44: Ich verstehe das nicht alle Mitarbeitenden aller großen Sozialträger auf der Stelle eine Autismus Kompetenz erlernen können und das muss ja vielleicht auch gar nicht sein.
00:40:54: aber dass wir gezielt ausbilden und sagen da gibt es diesen Wohnraum den verliert ihr auch nicht wenn ihr einem Mitarbeitenden nicht zurechtkommt, denn das ist ja eben auch das was oft passiert.
00:41:05: Das passiert einen Personalwechsel es funktioniert nicht und dann muss der Mensch mit Behinderung gehen.
00:41:12: ich glaube dass solche Konzepte umsetzbar sind die UNBHK dafür auch genug Argumente bietet dass man Wohnen- und Betreuung trennt.
00:41:24: Ich denke dass das möglich wäre und machbar wäre.
00:41:29: Ich kenne mich im ländlichen Raum ein Stück schlechter aus, ob das da unsetzbar wäre.
00:41:33: Weiß ich nicht.
00:41:33: aber in städtischen Räumen wird es auf jeden Fall umsetzbar und dass wir ein guter Anfang Lösungen zu finden denn man will ja auf der einen Seite auch keine neuen Heimstrukturen gründen.
00:41:45: Ich bleibe dabei, dass es nicht sein kann, dass in der Situation, in der Familien wie unsere sind Wir noch komplett das Rad parallel neu erfinden müssen.
00:41:55: also mich für einen relativ belastbaren und reflektierten Menschen.
00:41:59: Wir werden jetzt so was wie das in Winn von Silke Bauerfeind machen, ich habe ein Riesenschiss davor und riesen Respekt davor, wie uns das neben einem Auftrags- also täglichem Auftrag meiner Kinder von Kochenversorgung regulieren durch Meltauns Begleiten gelingen wird noch ein Startup zu machen.
00:42:21: und ich glaube diese Lösungsansätze müssen her.
00:42:26: Und ich glaube auch, dass der soziale Bereich so ehrlich sein muss zu sagen.
00:42:30: Die Konzepte von früher waren ja oft auch maßgeblich Sedierung und die möchten viele Eltern eben nicht mehr.
00:42:39: einzugestehen, dass diese Konzepten auch nicht mehr tragfähig sind.
00:42:43: Da würde mich total der Alltag jetzt von Frau London interessieren weil da immerhin vier Autisten doch zusammen auf engen Raum sind oder?
00:42:54: Ich kann ein bisschen aus unserer Sichtweise sprechen, aus dem Wohnbereich.
00:42:59: Wir haben zwei Häuser und davon sind aber in einem Haus zwei kleinen Gruppen und das andere Haus hat eine Gruppe.
00:43:06: also in jeder Gruppe sind immer vier Menschen aus dem Spektrum Also auch sehr klein gehalten.
00:43:12: Aber tatsächlich merken wir schon was es für eine große Herausforderung im Alltag ist.
00:43:21: Wir sind noch ganz frisch.
00:43:22: Unsere besondere Wohnform gibt es erst seit einem Jahr, die haben wir vor einem Jahr eröffnet und unsere Wohn- mit Assistenz gibt es seit zwei Jahren Und wir sind trotzdem noch mitten im Aufbau.
00:43:32: also man merkt immer wieder dass das an einzelnen Stellen kriselt und wir sehr viel mehr reingeben als was wir bekommen Die Mitarbeiter hier manchmal wirklich ums ehrlich auszudrücken durch die Hölle gehen mussten.
00:43:47: Genau wo unsere Probleme oft liegen sind, dass uns Rettungsorganisationen nicht helfen.
00:43:54: Die da keinen Bedarf sehen wenn wir ein RTW rufen in Krisen oder auch die Polizei, wenn es um Fremdarkation und Gewalt geht.
00:44:02: Dass sie stundenlang brauchen bis sie zu uns ins Haus kommen, dass sie uns vor Ort nicht unterstützen können und auch überfordert mit dem Personenkreis sind.
00:44:12: Das ist eine hohe Barriere einfach für Wir hatten sehr lange auch mit Fluktuation zu kämpfen, dass viele Mitarbeiter sich diesen Personenkreis auch einfach nicht zugetraut haben im täglichen Arbeiten.
00:44:26: Und wir haben jetzt zwei Jahre gebraucht um ein festes Team aufzubauen Zeitarbeit wieder rauszunehmen weil wir irgendwie alles mit verschiedenen Menschen füllen mussten und habe ich immer wieder in Krisen geraten sind, wenn jeden Tag neue Gesichter an den Häusern waren.
00:44:44: Wir haben tatsächlich ganz viele Stabstellen, die uns begleiten und unterstützen.
00:44:49: Sonst würden wir das einfach nicht schaffen!
00:44:51: Wir haben bei uns beim Träger psychologische Fachberatung.
00:44:54: Die kommt alle drei Monate ins Team.
00:44:56: Wir haben professionelles Deeskalationsmanagement
00:45:00: wo wir
00:45:01: ausgebildete Trainer haben
00:45:03: beim Trägern.
00:45:05: Da gibt es eigentlich für den ganzen Trägersbereich eine ganz normale Standardfortbildung.
00:45:11: Die geht drei Tage und da muss das jährlich aufgefrischt werden.
00:45:14: Wir sind dann so ein kleiner Sonderfall, die kommen regelmäßig zu uns ins Haus und wir machen vor
00:45:18: Ort auf Übungen.
00:45:19: Die können bei uns schützen wie anderen Klienten untereinander.
00:45:25: Wir haben eine Kooperation mit dem Hamburger Autismus-Instituten, der Autismustherapeutin kommt alle zwei Monate ins Haus macht Fortbildung und Fallberatung.
00:45:34: Wir haben unterstützte Kommunikation, die kommt auch zu uns ins Team in die Dienstbesprechungen und macht auch Einzeltermine mit den Mitarbeitern für ihre Bezugskrienten.
00:45:44: Also wir sind da ganz eng vernetzt und müssen jeden Tag aufs Neue gucken wo der richtige Weg uns hinführt weil es sehr herausfordernd und komplex ist.
00:45:55: jeden Tag
00:45:57: Das glaube ich sofort Mich würde interessierend triggern sich die vier Autisten gegenseitig.
00:46:04: Also erstmal finde ich es toll, dass in Hamburg vier Wohnplätze entstanden sind.
00:46:09: Das hilft immerhin von vierhundert Benötigten sag' ich mal.
00:46:16: Trotzdem habe ich sozusagen ein bisschen Sorge bei dem Konzept weil ich wirklich mir das so schwer vorstellen kann wie die untereinander miteinander zurechtkommen.
00:46:27: Tatsächlich haben wir also insgesamt sind sie jetzt zwölf Menschen wenn wir alle drei Gruppen betrachten Und viele leben in ihrer eigenen Welt und bekommen oftmals gar nicht mit, dass noch andere dort wohnen.
00:46:41: Also zum Beispiel waren wir letztes Jahr ... sind wir spontan nach Dänemark gefahren und eine Person wollte nicht mit.
00:46:48: Dann wurde auch gesagt hey die kommen heute zurück und die Person hat gefragt wer?
00:46:52: Wer hat hier überhaupt gefehlt die letzten Tage?
00:46:56: Die leben alle so ein bisschen vor sich hin.
00:46:57: Ich glaube schon, dass manche Situationen sich gegenseitig triggern können Aber tatsächlich lassen Sie es nicht untereinander aus, sondern dann an den Mitarbeitern.
00:47:09: Also so kommen sie erst mal untereinander zurecht und haben alle ihren eigenen Platz wo dann auch kein anderer hin darf.
00:47:16: Jeder hat in dem Einhaus hat jeder sein eigenes Sofa zum Beispiel im Wohnraum Und da können die sich schon untereineinander arrangieren.
00:47:27: Ich würde jetzt gerne gegen En-Bell auch noch die teilnehmenden Zuhörenden die Möglichkeit geben, sich zu was zu wählen.
00:47:36: Ich würde aber trotzdem gerne jetzt den Fokus auch noch mal darauf lenken, zu überlegen wie können wir eine Entwicklung begleiten?
00:47:44: Welche Dinge könnten wirklich hilfreich sein?
00:47:48: und da wäre einfach meine Frage an Sie an die Teilnehmenden gibt es Beispiele aus Ihrer Praxis oder können sie von Erfahrungen berichten bei denen schon gute Lösungen gelungen sind und von denen man vielleicht lernen könnte und auch ihre Meinung dazu, welche Rolle können unterschiedliche Akteure in diese Entwicklung einnehmen.
00:48:08: Also wer muss in die Richtung genommen werden?
00:48:10: Und wie könnte das gelingen?
00:48:13: Ich weiß nicht auf dem Chat schon irgendwas passiert ist.
00:48:15: ansonsten dürften sie gerne ihr Mikrofon einfach freischalten wenn wir jetzt viele Wortmeldungen hätten könnten ja auch mit der Hand arbeiten.
00:48:24: Ansonsten gerne einfach mal frei raus.
00:48:28: Im Chat ist
00:48:29: noch eine Kleine Anfrage.
00:48:31: Gut, ich
00:48:32: habe mich mal freigeschaltet.
00:48:33: Ich bin Brigitte Blumann-Gettis und ich gehe genau wie Nadine London auch zu Leben mit Behinderung Hamburg.
00:48:39: Ich sind eine Preisleitung zuständig für den Hamburger Norden.
00:48:43: Und ich würde gerne einmal erzählen das bei Lehmmitbehindungen Hamburg durchaus in unterschiedlichsten Einrichtungen der Einliederungshilfe auch Menschen mit komplexem Assistenzbedarf Leben.
00:48:58: Also selbst in größeren Gruppen, also zum Beispiel in Fickenwerder-Innestreich, da leben Menschen zusammen
00:49:07: wo
00:49:08: jeder auch ein eigenes Zimmer hat oder auch ein eigentliches Apartment und wo sich das wirklich über die Jahre auch sehr gut im Miteinander entwickelt hat.
00:49:17: Ich würde allen was hier gesagt worden ist einmal zustimmen wollen.
00:49:22: ich glaube Ja, es ist richtig dass das ein gesellschaftliches Thema ist.
00:49:26: Es ist auch ein Thema der sozialen Träger aber letztendlich ist es immer eine Verantwortung eines jeden Einzelnen der sich für so eine Brusttätigkeit oder einen Berufsfeld entscheidet und wir als Arbeitgeber sind natürlich auch in der Verantwortung die Mitarbeitenden gut aufzustellen also ob es um Fortbildung geht, um Unterstützung, um Reflektion Und ich glaube, was ein ganz wichtiger Aspekt ist.
00:49:54: Was ich auch gelernt habe im Laufe der Jahre ist die Expertise auch der Angehörigen mitzunutzen also wirklich gemeinsam zu schauen wie können wir eine personenzentrierte individuelle Dienstleistung aufstellen so dass da menschlich auch wohl fühlt weil das ist ja das allerwichtigste.
00:50:11: Also wie kann es gelingen dass jemand sich auch wohlfühlt an dem Lebensort?
00:50:18: Mit Chancs hoffe ich, oder das ist ja auch das was im BTHG steht.
00:50:23: Hat er sich das selber ausgesucht?
00:50:25: Aber zumindest dass man wenn es nicht ganz so ist weil auch Ich weiß wie es mit den Wohnräumen in Hamburg aussieht und auch im Umfeld erst mal versucht Das es gut gelingen kann in der Zusammenleben vor Ort.
00:50:40: Und das sehe ich als große Herausforderung aber wiederum auch als Chance weil ich erlebe auch für Menschen eine Herausforderung darstellt aus dem Elternhaus, wenn man aus dem Autismus-Spektrum kommt und kognitive Einschränkungen hat.
00:50:58: Aber das auch gelingen kann.
00:50:59: also Osterkampf finde ich ist auch so ein Ein Versuch, wir können das glaube ich alle noch überhaupt nicht beurteilen.
00:51:07: Ob das jetzt eine gute Idee war?
00:51:09: Ich muss dazu sagen es sind ja keine einzelnen kleinen Zimmer die da betogen worden sind.
00:51:13: Das sind wirklich große Räumlichkeiten und jeder hat auch ein eigenes Bad also ist nicht nur ein Zimmer und wir teilen uns alles was ja auch so den Menschen aus dem Autismus Spektrum schon auch entgegenkommt aber es eine gute Entscheidung ist können wir alle nicht sagen.
00:51:27: Aber wir erleben durchaus dass sich menschen dort wohlfühlen.
00:51:33: Und wie Nadine sagt, wir mittlerweile auch ein beständiges Team hat was ja auch für den Versuchenkreis
00:51:39: immer sehr wichtig
00:51:40: ist und das wollte ich noch mal beitragen.
00:51:44: Dankeschön!
00:51:46: Vielen Dank!
00:51:52: Ich wollte vielleicht... Achso ihr müsst eine Entschuldigung?
00:51:57: Schauen wir mal ob wir noch eine Wortmeldung aus dem Publikum haben.
00:52:00: ansonsten dürfen Sie gerne in der Muldler.
00:52:08: Ich sehe gerade niemanden.
00:52:09: Falls noch jemand etwas sagen möchte, gerne einfach das Mikrofon freischalten dann finden wir
00:52:14: es den.
00:52:14: Ich wollte zwei also einfach... Das sind keine Vorschläge sondern nur Dinge die mir irgendwann in meinem Leben an mir vorbeigekommen sind.
00:52:24: Das eine ist ein Projekt was die, das ist bestimmt aber muss ich mal erkundigen wie's denen geht.
00:52:30: Was auch vor zehn fünfzehn Jahren schwer beeinträchtigten Menschen, der gestützt kommuniziert hat und der auf der einen Seite sich nicht selbst versorgen konnte.
00:52:43: Nicht die Schuhe binden konnte, nicht Essen machen konnte aber in Latein und Mathe Abi gemacht hat für diesen Menschen etwas generiert.
00:52:57: wo sie weiß ich woher sie das Geld genommen haben Häuser solche.
00:53:03: Es gibt auch Rheinhäuser.
00:53:05: Rheinhäuser gemacht haben wir so zwei, drei Stock wo sie mehr Generationenhäuse gemacht haben und da jeweils eine Wohnung für einen Menschen mit Beeinträchtigung und mit entsprechend sehr guter Betreuung dabei gemacht hat sodass die also jetzt nicht in einem Sonderpädagogischen Einrichtungen waren, sondern in einem Mehrgenerationenhaus.
00:53:30: Wo auch klar war dass alle die damit mit Vertrag hinkommen das da jemand ist der Hilfe benötigt und auch eventuell erwartet so dass sich nicht nur auf des professionelle Personal bezogen hat, sondern dass man versucht hat dort ein gemeinsames Leben sozusagen mit der professionellen Unterstützung hinzukriegen.
00:53:55: Das ist natürlich ein völlig anderes Konzept.
00:53:58: Ich habe mich gesagt das Idealkonzept.
00:54:00: ich sage nur es ist mal was ganz anderes wie das, was man sonst so generell hört und was sich zum Teil auch selbst mitbetragen hat weil man sich anders nicht vorstellen konnte.
00:54:12: Das andere ist, was wir zwischendurch kam.
00:54:17: Ja, reine Provokation bringt überhaupt nix bei Menschen die sich autistisch verhalten müssen damit sie ihr Leben sichern.
00:54:27: Ich glaube nicht dass es Autismus als Krankheit gibt.
00:54:31: das ist eine Reaktionsform auf existenzielle Bedrohung wirklich existenzieller.
00:54:38: Aber Ordnungsstrukturen die nicht umgegangen werden sollen und die man jemand lang genug vorher klar macht Die sind natürlich auch ein Druck, aber wenn das mit einer interessanten Sache zusammen ist kann es sehr hilfreich sein.
00:54:56: Ich denke an eine wirklich sehr aggressive Artistin die ursprünglich mal wirklich gefesselt über Monate in der Einrichtung gefunden wurde und nur noch mit dem Kopf irgendwie auf den Boden gehauen hat und weiß der Kuckuck was die dann beim Fäuser sechs Wochen in der Betreuung war und dann in normale Einrichtungen, immer noch so eine pädagogische Einrichtung gehen konnte.
00:55:28: Aber die wenn irgendwas falsch war völlig getobt hat.
00:55:32: also irgendwie aus der Kaffeemaschine kam kein Kaffee oder so.
00:55:35: da war der Teufel los und die Gruppe wollte segeln gehen.
00:55:41: Und dann haben die gesagt also Natalie das Problem ist ihr wisst nicht was wir da tun werden.
00:55:48: Wir können keinen Tagesablauf machen, wenn kein Wind ist, wenn Wind mit Motor ohne Motor großer Miss pössacht!
00:55:59: Wir können dir hier eine Infrastruktur machen wie du gewohnt bist und dann bist Du halt die drei Wochen oder zwei Wochen, die anderen auf dem Schiff sind, bis Du hier gut versorgt in der Umgebung, die Du kannst.
00:56:13: Oder Du gehst mit aber dann gilt auf dem schiff Auf dem Schiff gilt keine Regel, weil man weiß es nicht.
00:56:23: Wenn du ... Du musst die Regeln verinnerlichen hier gibt's keine Regel und dann kannst du mit wenn du das willst.
00:56:33: okay hat sie gemacht hat zwei Wochen durchgehalten auf so einem Achtneinhalb Meter Schiff zum vierzehn Tonner Achtnachton-Schiff vierzehmetern lang Und alles prima und auf den Rückweg im Bus Stau, den ganzen Bus umgeräumt.
00:56:53: Weil das war ja nicht mehr ein Schiff.
00:56:56: Was ich damit sagen will man kann mit
00:56:59: Strukturen
00:57:00: die an Sinnhaftigkeiten von ihnen ansetzt unglaublich viel erreichen und kann auch relativ strikt sein weil es die Strickheit dient denen weil sie klar ist.
00:57:12: nur Sie muss von ihrem Sinn her kommen also nicht vor mir zu Ihnen sondern so rum.
00:57:19: Und das ist eigentlich die entscheidende Sache.
00:57:22: und es Schöne ist, wie heißt denn die Laura Schreibmann?
00:57:27: Die als seit den siebziger Jahren Lovas Verhaltenstherapie usw.
00:57:33: nach Deutschland gebracht hat, die hat jetzt in den Siebzigern, wie es in Rente gegangen ist im Jahr zwei tausend siebzehnt beschrieben wir müssen Natural Teaching machen Das heißt, wir müssen an den Interessen der Autisten ansetzen und nicht an unseren therapeutischen Interessen.
00:57:52: Und das ist natürlich sagt wenn ich in eine Bücherei gehe und sage kann ich bitte das Buch haben will ich nicht hören hast du gut gesagt und kriegt einen Bombo?
00:58:02: So will ich das Buch!
00:58:05: Dass man soweit
00:58:07: die
00:58:07: andere Seite versteht dass man da rekonstruktiv sozusagen so rum arbeitet und das tollen wiederholt, dadurch klar und auch orientierbar.
00:58:21: Da ist dann das eine oder andere möglich.
00:58:24: Aber so zwei Ideen des einen als Organisationsform und das andere
00:58:29: pädagogisch.".
00:58:32: Vielen Dank Herr Rötler!
00:58:34: Ja Frau Albers, die letzte Wortmeldung?
00:58:36: Dann muss ich leider das Pläne umschließen, aber Sie dürfen gerne noch
00:58:39: rein.
00:58:39: Ich wollte zu Herrn Rötlar sagen genau dass es unser tägliches Business Und das wünschen wir uns natürlich auch, dass eben unsere Kinder dann später so leben können und genau das gesehen wird.
00:58:54: Das ist sozusagen die Anforderung tatsächlich!
00:58:58: Ich wollte noch einmal was kurz Konstruktives – ich weiß nicht wie viele Eltern hier im Chat sind aber vielleicht auch Fachleute selber keinen Wohnplatz anbieten können und irgendwie Eltern nicht ganz mit leeren Händen wegschicken wollen.
00:59:11: Ich möchte einmal noch die Plattform wohnsinn.org sehr empfehlen, das sind einfach sehr inspirierende Konzepte wie es auch sein könnte auch zu eben selbstbestimmten Leben.
00:59:22: da ist auch das Beispiel von Silke Bauerfeind dabei aber auch viele andere und ich finde das Wohnsin.org Das finde ich noch mal irgendwie, was sich gern mit auf den Weg geben würde.
00:59:38: Wie man sich so durchschlängeln kann.
00:59:42: Vielen Dank!
00:59:44: Herzlichen Dank an Sie alle und die Podiums-Teilnehmenden aber auch ja an alle Teilnehmende aus dem Publikum.
00:59:52: Vielen dank für Ihr Interesse an diesem spannenden Thema.
00:59:56: Unser Ziel heute war es, Erfahrungen sichtbar zu machen.
00:59:59: Ich glaube das ist auf jeden Fall gelungen und gleichzeitig wollten wir auch nach vorne schauen und das haben wir jetzt gegen Ende auch zuteilen geschafft aber natürlich nicht ausreichend.
01:00:11: Wir hätten
01:00:11: damit
01:00:11: jetzt noch Stunden füllen können.